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Sicherheitssysteme

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Safetysysteme sind technische Einrichtungen und Abläufe die in kritischen Situationen oder Notfällen einen Schaden oder eine Gefahr für Kiter und Material verhindern sollen.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass moderne Systeme mehr Sicherheit bieten, als alte Modelle. Dies liegt an der immer noch rasanten Materialentwicklung und -verbesserung seitens der Hersteller.

Ein Safetysystem sollte immer zwei Stufen beinhalten:

  1. Schnelle und effektive Zugminimierung durch das Betätigen der ersten Stufe
  2. Komplette Trennung vom Kite mittels Schnelltrennmöglichkeit an der Safetyleash

Auch wenn in der ersten Stufe das Minimieren des Hauptzuges durch reines Depowern an der Bar (evtl. gegen einen Widerstand) komfortabel wirkt, kann ein deutlicher Restzug durch den Kite bei einem sogenannten High-Depower-System bestehen bleiben. Ein Kite, der stark gedepowert durchs Windfenster fliegt, kann in dieser Phase noch erheblich ziehen.

Das sicherste für den Kiter im Notfall ist die Verwendung eines sogenannten Safetyline-Sliding-Systems. In der ersten Stufe wird hier mittels Quickrelease die Hauptzugkraft schnell und drastisch reduziert und auf ein Minimum herabgesetzt, da der Kite nur noch an einer Leine hängt, während alle anderen Leinen entlastet sind.

Die klassische Fünfleinerbar oder Bars mit Frontline- bzw. Backline-Sliding-System bieten diese Sicherheit auch bei verdrillten oder verdrehten Leinen, ebenso wenn Pulleys (Rollen) verhängt sind. Im Gegensatz dazu funktionieren reine High-Depower-Systemen in solchen Fällen nur bedingt, weil die Freigängigkeit der Rollen für die Funktion des Sicherheitssystems von Nöten ist.

In der zweiten Stufe kann sich vom gesamten Kitematerial mittels Auslöser an der Safetyleash getrennt werden, falls nach dem Auslösen noch dauerhaft zu viel Zug besteht oder beispielsweise ein anderer Kiter bzw. ein Boot in den Leinen verhängt hat und dadurch weiterhin Zug auf Kiter/Trapez wirkt.

Für viel Sicherheit spricht grundlegend:

  • Großer Depowerweg mittels Bar bzw. Adjuster
  • Umlenkrollen welche den Depowereffekt erhöhen
  • Zweistufiges Sicherheitssystem

Bedienungsmerkmale von Auslösemechanismen:

Quickreleases, bei denen zum Auslösen ein Bauteil vom Körper weggeschoben wird, sind von Vorteil. Hier herrscht immer der Gegenzug vom Trapezhaken und es kann auch vorab bei absehbaren Notsituationen ausgelöst werden.

Wenn Auslöser hergezogen werden müssen, besteht das Problem, dass Gegenzug vorhanden sein muss, um auslösen zu können. Es kann also nicht präventiv ausgelöst werden, sondern muss auf den möglicherweise gefährlichen Zug gewartet werden.

Wenn Auslöser seitlich am Chickenloop angebracht sind, muss beim Einhängen des Chickenloops darauf geachtet werden, dass die Schlaufe/Kugel zum Auslösen auf einer bestimmten Seite ist, um im Notfall den Griff schnell greifen zu können. Diese seitlichen Zugrichtungen sind ergonomisch nicht optimal weil ein Auslösen oft nicht blind erfolgen kann.

Suicide-Systeme:
Manche Kiter hängen die Safetyleash Suicide ein, d.h. in den Chickenloop oder unterhalb der Bar in die Centerline. Dies vermeidet beim Loslassen der Bar, z.B. bei Unhooked-Sprüngen, dass der Kite aufwändig gerelauncht oder die Leinen neu sortiert werden müssen. Dies ist nicht empfehlenswert und birgt ein hohes Restrisiko. Es sollten wenn dann nur sogenannte Bypass-Systeme verwendet werden. Bypass System beinhalten eine Verbindung der Safetyline direkt in den Auslösemechanismus, wobei beim Loslassen der Bar die Safetyleash mit dem Chickenloop verbunden ist, beim Auslösen aber die Direktverbindung zum Chickenloop unterbrochen wird und die Safetyleash nur mit der Safetyline verbunden ist.