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Was ist Kitesurfen?

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Letzter Update: 03.02.2013

Kitesurfen bedeutet Faszination auf dem Wasser

 

Kitesurfen ist DER Wassersport, der viele Boardsportarten in sich vereint. Auf einem kleinen Brett (ähnlich einem Wakeboard, Snowboard oder Surfbrett)  lässt sich der Kiter mit einem Lenkdrachen über das Wasser ziehen. Durch den Auftrieb des Drachens lassen sich dabei Sprünge - teils sogar Flüge - vollbringen.

Seit das Kitesurfen 1996 auf Hawaii populär geworden ist, gibt es auch in Deutschland immer mehr Anhänger dieses faszienierenden Sports. Drei neue deutschsprachige Print-Magazine widmen sich mittlerweile dem Kitesurfen. Wassersportmessen haben gezeigt, dass fast die gesamte Windsurf-Industrie jetzt auch in den Kitebereich drängt. Einer der bekanntesten Förderer des Kitesurfens ist Robby Naish - ein Name der Jahrzehnte das Windsurfen dominierte.

Die Publikumswirksamkeit des Kitesurfens ist enorm. Extreme Action mit Sprüngen bis zu 10 Meter Höhe und 40 Meter Weite und eine bisher unbekannte Dynamik, auch schon bei wenig Wind, zieht jeden Zuschauer in seinen Bann. Die bis zu 20 Quadratmeter grossen Lenkdrachen bieten zudem einen faszinierenden Anblick am Himmel.

 

 

Die Geschichte des Kitesurfens

 

Kitesurfen, Kitesurfing oder Kiteboarding begann in den 1980er Jahren. Cory Roeseler aus Oregon/USA begann damals sein Kiteski-System zu entwickeln (ein starrer gerahmter Drachen), welches er überwiegend mit Wasserskiern einsetzte. Das Kiteski-System konnte sich jedoch nicht durchgesetzt und spielt in der Praxis heute keine Rolle mehr.Zur gleichen Zeit arbeiteten die Brüder Legaignoux in Frankreich an Ihrem Flysurf-System, dem heutigen WIPIKA-Drachen. (Wipika steht für WInd Powered Inflatable Kite Aircraft.) Dieser Wipika-Kite war ein sogenannter Tubekite - zu erkennen an seiner runden Form. Der Name nimmt Bezug auf die aufgeblasenen Luftschläuchen, welche dem Kite seine Stabilität geben und den Wasserstart ermöglichen. In den 1990er Jahren wurde ein weiteres System für das Kitesurfen entdeckt und weiterentwickelt, die sogenannten Soft-Kites (Ram-Air-Kite), auch "Matten" genannt. Hier haben sich vor allem Firmen wir Flysurfer, Peter Lynn und Advance einen Namen gemacht.

In den späten 1990er Jahren wurde Kitesurfen immer populärer. Nicht zuletzt deswegen, weil viele Kinderkrankheiten der Drachen ausgemerzt und Sicherheitsysteme wesentliche verbessert  wurden und weil einige Pioniere das Kitesurfen auf Hawaii und Frankreich bekannt gemacht haben. Mittlerweile sind einige bekannte Namen unter den Kitesurfern, so z.B. Robby Naish, Pete Cabrinha, Raphael Salles, Flash Austin, Martin Vari, Henning Nockel und viele andere. Seit 1998 ist Kitesurfen auch in Deutschland ein Thema und zieht immer mehr Leute in seinen Bann.

 

Das Kitesurf-Equipment

Der Kite (Engl. für Drachen)

Die Kitesurf-Drachen unterscheiden sich grundlegend darin, wie der Drachen aufgebaut ist.  Beim Tubekite-System (Wipika, Naish, North und viele andere) ist der Drachen mit aufgepumpten Luftschläuchen ausgestattet. Diese geben dem Drachen seine Stabilität mit der charakteristischen runden Form und ermöglichen den Start aus dem Wasser heraus.

Bei den Soft-Kites (Ram-Air-Kites) wird das Profil durch den Staudruck des Windes erzeugt. Durch Ventil-Öffnungen an der Vorderkante kann Luft einströmen und wird im Kite gehalten. Das Einstöm-Ventil verhindert, dass Wasser in den Kite dringen bzw. Luft aus dem Kite entweichen kann. Dadurch ist auch mit diesem Systemem ein kontrolliertes Starten aus dem Wasser heraus möglich. 

Ebenso unterscheidet man Kites nach 2-Leiner-Systemen, 4-Leiner-Systemen und 5-Leiner-Systemen. Beim 4-Leiner-System kann der Anstellwinkel des Kites verändert werden. Man kann also vergleichbar wie bei einem Segelboot auffieren und dichtholen, also bei zu viel Wind etwas Druck aus dem Kite lassen. 5-Leiner-Systeme haben eine zusätzliche Sicherheitsleine, die bei manchen Kite-Typen den Wasserstart erheblich erleichtert und das Kite-Profil stabilisiert. 2-Leiner werden heute nur noch bei sog. Trainer-Kites eingesetzt, die in der Schulung verwendet werden.

Jeder gute Kite bietet ein funktionierendes Safety-System. Dabei ist man über eine Sicherheitsleine mit dem Kite verbunden und beim Loslassen der Lenkstange sinkt der Kite "drucklos" zu Boden. Über die Sicherheitsleine ist man aber immer noch mit dem Kite verbunden, so dass er nicht unkontrolliert davonfliegen kann. Meistens gibt es dann noch eine Nottrennung, so dass man sich im Notfall komplett vom Kite trennen kann.

Das Kitesurf-Board

Boards für das Kitesurfen ähneln einem Wakeboard, Snowboard oder Surfboard. Sie sind in der Regel zwischen 120 und 170cm lang. Der eigene Auftrieb ist im Normalfall so gering, dass man ohne Fahrt nicht auf den Boards stehen kann.

Das typische Kitesurf-Board ist heute das sogenannte TwinTip. Das sind symmetrische Boards, die vorwärts wie rückwärts fahren. Mit dem Richtungswechsel (Halse) ist damit kein Fusswechsel erforderlich. Board-Längen für den Einsteiger liegen bei ca. 160cm, Fortgeschrittene steigen schnell auf Boards mit ca. 135cm Länge um. Erfahrene Freestyle-Kiter verwenden gelegentlich kleine Boards mit fester Bindung, genauso wie Wakeboarder.

Directionals sind mit Surfboards vergleichbar. Hier gibt es ein Heck und einen Bug und eine durch das Board Shape vorgegeben Fahrtrichtung. Nach einem Richtungswechsel erfolgt ein Fusswechsel, wie beim Windsurfboard.

 

Kitesurfen lernen

 

Kitesurfen sollte auf jeden Fall in einer zertifizierten Kitesurf-Schule erlernt werden. Trotz des in den letzen Jahren enorm gestiegenen Sicherheits-Levels von Kites und Safety-Systemen bleibt Kitesurfing ein sogenannter Risiko-Sport. In einer guten Kitesurf-Schule lernt man u.a. das richtige Verhalten in Risiko-Situationen und übt die Nutzung der Sicherheits-Systeme. Dadurch ist man in der Lage Risiken richtig einzuschätzen und diese durch richtiges Verhalten zu vermindern. Außerdem ist ein ausgebildeter Lehrer neben dem pädagogischen Aspekt von der Methodik und der Didaktik in der Lage, den bestmöglichen Erfolg und somit Spaß beim Kiten zu vermitteln. In einer guten Kitesurfschule lernt man das Kitesurfen im Normalfall schnell und sicher und hat dabei oft die Möglichkeit, verschieden Kite-Typen zu testen. Das hilft bei der Anschaffung der ersten Ausrüstung. Auf folgende Punkte sollte man bei der Auswahl der Kitesurf-Schule achten:

  • Kitesurf-Lehrer sollten Inhaber einer gültigen Lehrer-Lizenz sein.
  • Das Auslösen des Quick-Release (Safety-System) muss erlernt und geübt werden.
  • Das Starten und Landen sowie das Fliegen eines Kites sollte im Wasser und in der Folge unter Anweisung auch an Land geübt werden.
  • Das Schulungsrevier sollte ausreichend Platz im Wasser und am Strand bieten.
  • Ein Kitesurf-Lehrer sollte nicht mehr als vier Schüler betreuen.
Man kann nicht früh genug anfangen zu üben........und es ist nie zu spät, diesen faszinierenden Sport zu erlernen!