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Infos aus den Revieren

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Letzter Update, 30.07.2014


Aktuelle Regelungen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer


Wir haben am 13.06.2014 Antwort von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zu unserem Schreiben vom 23.05.2014 erhalten.

Die NPV erklärt darin die Gründe für die derzeitige Regelung und bekräftigt dabei ihren Wunsch, mit Sportverbänden weiterhin zu Kooperieren.
 

Die Rechtslage

Der Niedersächsische Landtag hat im Nationalparkgesetz §6 Abs. 2 Nr. 5 festgelegt, dass das steigen lassen von Lenkdrachen, incl. Drachen, die von Fahrzeugen aus gelenkt werden, im Nationalpark verboten ist.

Dieses Landesrecht besteht neben dem Bundeswasserstraßenrecht und steht nicht im Widerspruch zu diesem, da es einen anderen Sachverhalt regelt.

Rein rechtlich hat die NPV kein Kiteverbot verhängt sondern nach ihren Möglichkeiten basierend auf dem Bundesnaturschutzgesetz ein Befreiungsverfahren durchgeführt, aus dem die heutigen Kitesurfzonen resultierten.

 

Kitezonen und Einschränkungen

Die NPV legt dar, dass die Einschränkungen hinsichtlich Jahreszeit, Tide und Tageszeit notwendig waren um den Schutzzweck des Nationalparks trotz der Befreiungen nicht zu gefährden.

Die Regelung, an den Ostfriesen Inseln, erst nach 10:00 Uhr kiten zu dürfen wird als erforderlich angesehen, um den morgendlichen Vogelzug-Aktivitäten keine optischen„Hindernisse“ entgegen zu stellen. Für einige Inseln, wo sich die  Kitezone nicht im Bereich des Vogelzugs befindet, wurden Ausnahmen genehmigt.

Das Winterkiteverbot wurde verhängt weil sich Störungen des Energiehaushalts der Vögel im Winter schnell negativ auf deren Überlebenswahrscheinlichkeit auswirken können. Zusätzlich kommen einige Vogelarten in dieser Jahreszeit schwerpunktmäßig in den zur Rede stehenden Bereichen vor. Die Nationalparkverwaltung hat jedoch versucht, in einigen Bereichen auch im Winter kiten zu können, und für die Standorte Norddeich, Schilling und Cuxhaven Sahlenburg das Kiten genehmigt. Der Nationalparkverwaltung ist bewusst, dass die Nutzung dieser Spots für Kiter auf den ostfriesischen Inseln keine realistische Option darstellt. Daher wird sie versuchen, in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Kitesurfern nach Lösungen zu suchen.

 

Die Nationalparkverwaltung hat in Ihrem Schreiben an die KSA betont, dass sie weiter an einer erfolgreichen Zusammenarbeit interessiert ist dabei auf „gegenseitigen Respekt, inhaltliche Aufklärung und Kooperation“ setzt.

 

Wir, die KSA International, bitten alle Kiter, die Regelungen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu respektieren und einzuhalten sowie bei Problemen den Dialog mit der Nationalparkverwaltung über uns zu suchen.

Kontakt: web(at)ksa-international.org




09.06.2014




Information zu Kitesurfzonen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Aus den Gesprächen mit Vertreter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer am 05.06.2014 ergibt sich für uns folgende Situation:

Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer ist aus unserer Sicht verantwortlich für die Regulierung von Drachensportarten im Niedersächsischen Wattenmeer.

Umweltverbände mit mehreren 100.000 Mitgliedern bedrängen die Nationalparkverwaltung mit wiederholten Anträgen, das Kiten ganz zu verbieten oder zumindest auf wenige sehr kleine Reviere einzuschränken.

Damit steht die Nationalparkverwaltung zwischen den Fronten und wir empfinden es als Glück in dieser für uns schwierigen Situation, dass die Nationalparkverwaltung den Kontakt zur KSA International sucht.

Sicher werden wir Kitesurfer die Situation mit der Beschreitung des Rechtswegs, wie von manchen gefordert, nicht verbessern. Gerichtliche Schritte würden die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, deren Aufgabe es ist, für den Schutz des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer zu sorgen, so stark verärgern, dass ihre Kompromissbereitschaft zum Erliegen kommt. Damit hätten die Interessen der Naturschutzlobby gesiegt. Wir Kiter mit unserer vergleichsweise kleinen Interessengruppe könnten dann nicht mehr verhindern, dass Gesetzes- und Regeländerungen in Richtung Totalverbot kippen.

Wer die Zuständigkeit der Nationalparkverwaltung für das Gebiet des Niedersächsischen Wattenmeers anzweifelt sollte sich überlegen, ob andere Behörden, wie z.B. die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die Interessenvertreter der Naturschutzorganisationen mit ähnlichem Erfolg einbremsen kann wie derzeit die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer.

Die KSA wird sich weiter bemühen, die Gesprächsbereitschaft zu erhalten und in einer friedlichen Atmosphäre nach einer Lockerung der Regeln für Kitesurfzonen zu streben.

Wir raten allen Kitern dringend davor ab, die bestehenden Regeln für den Drachensport im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu brechen.


Der KSA-Vorstand


14.10.2013


Kiten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Zu den Fakten: Drachensportler beanspruchen für Ihren Sport genau die Flächen – windexponiert und frei von Bäumen und Hochspannungsleitungen – die bevorzugte Rast-, Nahrungs-, und Brutgebiete unserer Küstenvögel darstellen. Für Laien ist es oft schwer vorstellbar oder gar festzustellen, dass die Vögel durch die Drachen gestört werden können. Vögel nehmen Lenkdrachen, Kites oder Gleitschirme am Himmel als Greifvögel wahr, d.h. als potenzielle Feinde, die sich extrem schnell horizontal und vertikal bewegen und sowohl optisch als auch akustisch (Lenkdrachen) weithin wahrzunehmen sind. Die Vögel werden gestresst – sie gehen in Deckung oder nehmen Reißaus.  Egal ob Flucht (als Vogelschwarm zu erkennen) oder Verstecken (meist für Laien nicht wahrnehmbar) die Vögel können nicht fressen, leiden unter Stress, verlassen Ihre Nester oder Jungen – Unterernährung, mangelnde Vitalität und fehlende Nachkommen können die Folge sein.

Der Nationalpark ist dazu da, die Vögel vor solchen Störungen zu schützen. Vögel, die in Ruhe- oder Zwischenzonen des Nationalparks rasten, fressen oder brüten dürfen nicht gestört werden. Je größer der Abstand zum Schutzgebiet desto besser.




Drachensport im Nationalpark – wie und wo, wo nicht ?

In der Ruhe- und Zwischenzone des Nationalparks, die dem Schutz und der Entwicklung von Natur und Landschaft vorbehalten sind, ist es verboten, Drachen steigen zu lassen. Die Nationalparkverwaltung kann jedoch dort, wo es mit den Schutzzielen vereinbar ist, in der Zwischenzone Flächen für das Kitesurfen zulassen (daran sollten sich alle halten!).

In der Erholungszone sind Drachen grundsätzlich zulässig, aber: Beachtet die örtlichen Regelungen!  Gemeinden können Ihrerseits Drachen an Stränden verbieten. Und: Nehmt Rücksicht auf die angrenzenden Ruhe- und Zwischenzonen!  Lasst niemals abgerissene Leinen oder Schnüre zurück! Wiesenvögel können sich darin verwickeln und zugrunde gehen!

Helft mit Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer und natürlich auch in anderen Schutzgebieten zu erhalten! Erkundigt Euch nach den ausgewiesenen Zonen bei den Gemeinde- und Kurverwaltungen oder am Spot.

EIN GENERELLES KITEVERBOT IM WINTER IST DERZEIT NICHT GEPLANT! (Stand im Oktober 2013)